ABOUT

>> Click here or scroll down for english version <<

Die drei Teenager Anton, Jonas und Basti sind die Band 1000 Robota. Trotz Presse-Hype müssen sie ihren Weg finden zwischen Schule und Musikbusiness und dabei stellt sich die Frage: Gibt es in einer wirtschaftlich ausgerichteten Gesellschaft eine Nische für Ideale und eine freie Kunstproduktion?

  
  

Anton Spielmann (18) und seine jüngeren Freunde Basti Muxfeldt und Jonas Hinnerkort leben mit ihren Eltern in Einfamilienhäusern in einer dörflichen Idylle bei Hamburg, wo Basti und Jonas auch zur Schule gehen. Gemeinsam haben die drei die Band 1000 ROBOTA gegründet. Schon nach ein paar Monaten können 1000 Robota mit dem kleinen Hamburger Label Tapete Records einen Plattenvertrag abschließen.

Die Band hat viel vor: „Wir wollen Entstehung verursachen und nicht erinnern“, und sie wollen ihre Ideale leben. In einer von ökonomischem Druck geprägten Gesellschaft stellen 1000 ROBOTA sich selbst und andere infrage. Sie wollen sich nicht einfügen lassen in das, was von ihnen erwartet wird. In einer von Überangeboten überfluteten Welt streben sie nach Wertigkeit und wollen sich mit anderen in einer neuen Jugendkultur zusammenschließen.

Doch bald treten erste Schwierigkeiten auf: Die Plattenaufnahmen gestalten sich schwieriger als erwartet. Es kommt zum Streit mit dem Label über das Klangbild und dessen Verkäuflichkeit. Obwohl die Presse voll ist von ihnen, ist ihre erste größere Tour nur mäßig besucht. Obwohl die Londoner In-Crowd zu ihren Konzerten pilgert, reicht die Gage kaum für die Jugendherberge. Und obwohl sie von Stefan Raab zum Bundesvision Song Contest eingeladen sind, sind die Verkaufszahlen der Platte nur mäßig.
Gebeutelt von den widrigen Umständen und der Kluft zwischen Alltag und Medienpräsentation wird ihr Enthusiasmus auf harte Proben gestellt. 

Während 1000 Robota zwischen Schule und Konzerten pendeln, müssen sie sich darüber klar werden, dass es schwierig ist, den Erwartungen der Plattenfirma, ihrer Eltern und den eigenen Träumen gerecht zu werden. Sind ihre Ideale nur Nostalgie?

Utopia Ltd. zeigt die gesellschaftlichen Bedingungen der Kunstproduktion in einer Zeit, in der die Allgegenwart der medial stilisierten Selbstinszenierung die subkulturellen Abgrenzungsstrategien des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend absorbiert hat.

  
  

Ihr habt UTOPIA Ltd. gesehen. Wie nehmt ihr im Rückblick den Film und euch selbst wahr?
Jonas: Das ist spannend, weil das in einer Zeit stattgefunden hat, wo Dinge schnell in der Vergangenheit liegen. Der Film zeigt entscheidende Jahre, Jahre des Ablegens des Jugendlichen... Naja, wahrscheinlich legt man es nie ganz ab...
Anton: ....hoffentlich legt man es nie ganz ab. Wir haben in diesen anderthalb Jahren so viel erlebt, das war gefühlt einmal das Leben umkrempeln. Was mich schockiert und gleichzeitig erfreut hat an diesem Film ist, dass man damals Entscheidungen getroffen und sich Wege gesucht hat, die auf einem jugendlichen Leichtsinn beruhten. Wie intensiv und wegweisend all diese kleinen Momente waren, dessen war man sich in dieser Form gar nicht bewusst und der Konsequenzen auch nicht. Man kann jetzt aber rückblickend sagen, dass wir die Dinge zum größten Teil richtig gemacht haben.
Jonas: Alle Entscheidungen, die richtig oder auch falsch waren haben einen da hingebracht, wo man jetzt steht. Es geht ja auch um Entwicklung, Erfahrungen sammeln, das Reifen und Erwachsenwerden und da ist der Film eher als Momentaufnahme zu betrachten. Denn die Entwicklung geht ja weiter.

Was für Entscheidungen meint ihr konkret?
Anton: Die Sachen müssen nicht konkret benannt werden, weil es nicht um die Beurteilung einer Sache geht, sondern vielmehr um ein Ganzes. Die Entscheidungen sind gefallen aus einer Art allgegenwärtigem „feinen Sinn“, den dieser Film wunderbar repräsentiert. Darum gefällt uns dieser Film extrem, da er genau diesen Kern der allgemeinen Haltung, die man vielleicht unter der Kategorie „Punk“ bündeln könnte, umschreibt und nicht benennt. 

Gibt es etwas in diesem Film und an eurer Geschichte, das allgemeine Gültigkeit hat?
Anton: Dieser Film repräsentiert etwas, das den Kern der Band umschreibt. Außerdem hat der Film auch einen allgemeinen Wert, den sich junge und alte Menschen gleichermaßen anschauen können, weil da in Wunden rumgesalzt wird, die allgegenwärtig sind. Im Prinzip erlebt das jeder.
Dieser Film zeigt, dass junge Leute, die als Nichtsnutze, Schwule, arrogante und eklige Menschen abgestempelt wurden und werden, durch Ausdauer und Willen, trotz der ganzen Steine auf ihrem Weg weiterkommen. Wir veröffentlichen weiterhin Alben und sind weiterhin präsent. Das waren wir vor diesem Film und das werden wir nach ihm auch immer noch sein. Ob das wirtschaftlich tragbar ist, das beweist ja dieser Film auch, das ist nicht der Kern der ganzen Angelegenheit. Die Sicht: Man liefert ab, wenn man wirtschaftlich relevant ist, das ist Schwachsinn. Die musikalische Materie, um die es geht verliert so ihren Wert, verliert ihren Kern. 
Jonas: Scheitern ist in dieser wirtschaftlichen Hinsicht überhaupt nicht relevant. Wenn man vor dem ganzen Rotz und Dreck des Business auch noch niederkniet, dann verliert man vielleicht irgendwann die Haltung zu sagen: es geht nicht darum. Und dann wird man sicherlich daran kaputt gehen.

Der rein künstlerische Wert, ohne auf die Verkäuflichkeit zu achten, ist das etwas, was ihr auf jeden Fall beibehalten wollt?
Anton: Wertverlagerung gibt es immer. Sachen, Gefühle, Musik verändern sich. Aber prinzipiell ist uns das Emotionale als Entscheidungsgrundlage wichtiger als das Geplante oder das Überlegte. Geltung ist irrelevant. Wenn uns einer in die Musik reinreden will, dann sind wir da weg. In einer Zeit die so oberflächlich und kernlos ist, wo alles wirtschaftlich ausgerichtet ist, wirkt man mit so einer Haltung natürlich schnell surreal.

Wo stand die Band und wie sah euer Leben aus, als der Dreh anfing? 
Anton: Das war ein Zeitpunkt, des kompletten Beginns. Als Sandra kam, waren wir uns noch überhaupt nicht bewusst, dass wir vielleicht Musiker werden. Das war ein perfekter und auch sehr gewagter Zeitpunkt. Auch für Sandra. Wir hatten gerade ‘mal zwei Songs geschrieben und auf einmal kam sie und sagte: „Ich will eine Dokumentation über euch drehen und begleite euch zwei Jahre lang auf all euren Wegen!“ Da denkst du dir auch erst: Spinnt die? Aber dieser jugendliche Irrsinn und die Waghalsigkeit, die wir hatten, den hatte auch Sandra. Sie hat ihn immer noch nicht abgelegt. Das ist ein total relevanter Wert. 

Wie war das für euch, in so persönlichen und verletzlichen Momenten gefilmt zu werden?
Jonas: Wir haben die Entscheidung für die Dokumentation mit einer Naivität getroffen, wie auch viele andere Entscheidungen. Wir haben Sandra ja auch vertraut und jetzt bestätigt sich – auch zu Recht. 
Anton: Wir haben unsere Naivität glücklicherweise in die richtige Schale geworfen. Sandra und Lili waren wahnsinnig rücksichtsvoll und wir haben sie nie wirklich mitbekommen. Irgendwann hat man auch die Kamera vergessen. Es gab nur wenige Situationen in denen ich dache: Jetzt gerade nervt es. Aber das war sehr selten. Es war eine sehr rücksichtsvolle Arbeit und deswegen konnten wir das auch durchziehen, weil wir nie das Gefühl hatten, wir werden hier bedrängt. 

„Das Musikbusiness fickt meine Seele“, sagt Anton im Film. Was hatte dazu geführt? 
Anton: Die Musik, die wir den Leuten geben, die kommt aus meiner Seele. Es gibt kein höheres Gut für mich. Und wenn Leute dann fahrlässig damit umgehen, dann fühle ich mich angegriffen und verletzt. Wir haben damals noch zuhause gewohnt, waren behütet und wussten nicht, wie das Leben schmeckt und auf einmal wird man in das Leben katapultiert, was bei uns extrem war. Nicht nur, weil wir als junge Menschen plötzlich mit Themen wie Firma gründen, Steuern abführen und so konfrontiert waren, sondern auch in der Öffentlichkeit zu stehen.... das war alles zuviel. Es wurden Sachen falsch formuliert, die ich gesagt haben soll, es wurde sich an den falschen Aussagen festgehalten, die im Kern gar nicht so wichtig waren.
Heute ist mir diese Musikindustrie nicht mehr wichtig und ich habe auch nicht das Gefühl, das wir ein Teil davon sind. 

Ihr seid inzwischen beim Label Buback unter Vertrag. Ist jetzt alles besser?
Anton: Ja. Wir haben jetzt unser zweites Album veröffentlicht. Es läuft, wie wir es möchten. Die Werte sind anders verlagert. Natürlich ist nicht alles besser, aber was die interne Arbeit betrifft, ist vieles einfacher geworden. Natürlich lernen wir immer wieder neue Sachen, auch Dinge, die uns abschrecken. Auch Dinge, die nichts mit dem Label zu tun haben – z.B. nicht alles persönlich zu nehmen, zu lernen, die Musik von dem ganzen Drumherum getrennt zu betrachten.  
Jonas: Wir vertrauen dem Label. Wir arbeiten gerne mit Buback zusammen, und sie lassen uns die Freiheiten, die wir brauchen. 

*  *  *

  
  

INTERVIEW SANDRA TROSTEL
„Wenn sich das Bewusstsein nicht ändert, gibt’s irgendwann einen großen Knall.“ 

Du kommst ursprünglich vom Schnitt. Wie kamst du dazu, diesen Film zu machen?
Ja, wenn du mich so fragst, dann komm ich eigentlich vom Catering und hab angefangen mit Tellerwaschen... (lacht)
Ich bin ein Freund davon, Sachen nicht so dogmatisch zu sehen. Bestimmt werde ich auch wieder einen Film schneiden, obwohl ich selber welche drehe. 
Es wäre schade sich auf eine Sache zu beschränken. Im Übrigen habe ich den Film auch selbst geschnitten, ihn produziert, die zweite Kamera gemacht und und und. 
Beim Dokumentarfilm kommt man oftmals gar nicht umhin, mehrere Positionen zu besetzen.
Es war mir zu wenig, mich darauf zu beschränken, in einem dunklen Raum vor dem Computer zu sitzen. Das schöne an dieser Arbeit ist, dass man sehr viel über das Leben und über die Menschen lernt. Das Leben studiert. 

Bei UTOPIA Ltd. gibt es unterschiedliche Themen und Fragen, die beleuchtet werden. Welche Fragen haben dich am meisten interessiert?
Ich hab damals die Robota zufällig bei einem ihrer ersten Konzerte gesehen. Diese Band hat mich sofort fasziniert. Sie haben einen jugendlichen Leichtsinn und Mut ausgestrahlt, dem man nur noch selten begegnet. 
Sehr viel wird durch Geldfluss gelenkt, Werte und Ideale spielen immer weniger eine Rolle in unserer Welt. Bei der Arbeit, in der Kunst, Musik, beim Filmemachen... überall schlägt einem dieses Thema der Legitimation durch Wirtschaftlichkeit entgegen. Und traurig finde ich dabei, dass die Gesellschaft gar nicht merkt, wie sehr sie sich damit selbst beschneidet – wie wenig Innovation möglich ist und wie wenig sich eine Gesellschaft weiterbewegen kann. Stattdessen setzt man auf das, was gut gelaufen ist und macht das Gleiche lieber noch mal in Grün. Dadurch gibt es eine ständige Reproduktion. Die Robota haben ganz schön gesagt: „Wir wollen Entstehung verursachen und nicht erinnern.“ 

Die Rebellion gegen bestehende Normen heute, heißt z.B. sich gegen das Abdriften in die digitale, virtuelle Welt, die Technisierung der Kommunikation, der Legitimation durch Wirtschaftlichkeit zu stellen. Da sieht die Rebellion plötzlich nach Wertekonservatismus aus. 
Ja. Das stimmt. Aber das schließt ja wieder da an, wo wir eben aufgehört haben: 1000 Robota haben gespürt, dass ihnen etwas fehlt. Etwas Eigenes erschaffen zu können, unabhängig von Wirtschaftlichkeit. Die Werbeindustrie weiß schon lange, wie man Dinge aus der Kunst und aus Subkulturen aufspürt und für die eigenen Zwecke, nämlich die Vermarktung, einsetzen kann. 
Bevor sich Dinge in der Subkultur finden und entwickeln können, werden sie von der Werbeindustrie aufgespürt, abgekupfert und ausgesaugt. Dieser Vorgang ist nicht neu aber die Zyklen des Aufspürens, Abkupferns und Benutzens sind wesentlich schneller geworden. Entstehungsprozesse werden erstickt, weil diese Prozesse immer direkter in einer Benutzbarkeit für den Markt enden. 
1000 Robota haben instinktiv gespürt, dass ihnen genau diese Entstehungsprozesse, die Möglichkeit für eine künstlerische aber auch menschliche Entwicklung in ihrer Welt fehlen. 
Dinge, die als deutsches Kulturgut gelten, können heute gar nicht mehr entstehen. Wenn man mal z.B. an die Filme von Fassbinder denkt – das ist heute nicht mehr möglich. Es reden immer alle von Goethe, Schiller, Bach, usw. – aber was gibt es denn heute? Wo ist denn heute die Möglichkeit gegeben, dass etwas Neues entstehen kann? Solche Dinge brauchen Zeit und müssen sich entwickeln. Man fällt ja nicht als künstlerisches Genie oder fertiges Produkt vom Himmel. Das passiert nur ganz, ganz selten. Aber trotzdem hat jeder Mensch etwas Besonderes in sich. Ich rede da nicht nur von Kunst. Ich finde, dass unsere Gesellschaft viel zu sehr darauf bedacht ist, Menschen zu funktionierenden Robotern auszubilden. Ich frage mich: warum eigentlich? Wir leben in einem reichen Land. Die absolute Konzentration auf Wachstum ist nur für einige wenige Menschen nützlich, aber es geht doch um unsere Welt. Wenn sich das Bewusstsein nicht ändert, gibt’s irgendwann einen großen Knall.

Wie sah die Arbeit an diesem Film aus?
Mir was es wichtig einen Film zu machen, bei dem man wirklich immer dabei ist und die Dinge miterlebt, statt hinterher über die Dinge zu sprechen, die passiert sind, weil man vorher, für die Finanzierung, ein Exposé schreiben musste, wo haarklein drinstehen soll, was passieren wird. Wenn ich es schreiben kann, dann ist es entweder vorbei, oder ich muss die Sachen so darstellen, dass sie in die Vorgaben passen.
Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten.
Wir waren also immer im Hintergrund und haben uns zurückgenommen. Meine Kamerafrau hat eine schöne Bezeichnung dafür, sie nennt das „zur Tapete werden“. Das war nicht immer leicht, wenn man als erwachsene Frau drei Jungs im jugendlichen Leichtsinn machen lassen muss, ohne Ratschläge zu geben. 
Wenn man einen Film dreht, dann wird das Ganze in dem Moment subjektiv, wenn ich die Bilder und das Thema auswähle. Aber ich empfinde eine Verantwortung gegenüber meinen Protagonisten, die Dinge so darzustellen, wie sie sind und sie nicht in ein Korsett zu zwingen. Ich will nicht werten, ich will nur zeigen.

Utopia Ltd. ist dein Doku-Debüt, er ist „Bester Film November 2010“ und hat ein Prädikat „wertvoll“ bekommen und nun landest du damit auch noch als Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino bei der Berlinale. Wie ist das für dich?
Das ist total toll und auch ein ziemlicher Wahnsinn, dass das alles so funktioniert hat.
Ich habe versucht, mich nicht von meinem Weg abbringen zu lassen und habe dafür mit allem, was mir zur Verfügung steht gekämpft. Deshalb freue ich mich sehr über die Anerkennung, aber vor allem auch darüber, dass der Film nicht in einer Schublade verschwindet wie so viele andere. 
Die Arbeit an dem Film waren drei Jahre harte Arbeit, mit vielen Steinen, die ich aus dem Weg räumen musste. Und da schließt sich der Kreis: Bei der Arbeit an dem Film hab ich festegestellt, dass ich ganz schnell selbst als Filmemacherin in der Mühle fest hing zwischen bürokratischem Wahnsinn, Bedingungen – die einem z.B. Fernsehsender stellen wollen – festen Vorstellungen, auch mit der Verkaufbarkeit im Hinterkopf....  Das Problem, um das es in UTOPIA Ltd. geht, hat mich bei der Arbeit an diesem Film selbst eingeholt. Es wäre schön, wenn – auch bei den öffentlich rechtlichen Sendern – wieder ein wenig mehr intuitiv vertraut werden würde. Die Angst, dass Dinge nicht so werden, wie man sich vorgestellt hat wird immer da sein, auch wenn man sich um jeden Preis absichern will. Komplette Sicherheit gibt es nirgendwo. Dieses Sicherheitsdenken schafft nur Reproduktionsschleifen. Filme wie dieser können nicht entstehen, wenn man nicht an sie glaubt.
Darum finde es ganz toll von Linda Söffker, der Kuratorin der Perspektive Deutsches Kino, dass sie UTOPIA Ltd. als Eröffnungsfilm ausgewählt hat. Das ist ein Statement, finde ich. 

*  *  *


There is a hype about the band called 1000 Robota formed by three teenagers, Anton, Jonas and Basti, who have to find their place between school and music business. In a society of economic pressure – is there a niche for ideals and independent creation of art?

  
  

Anton Spielmann (18) and his two younger friends Basti Muxfeldt and Jonas Hinnerkort are living in their family homes with their parents in an idyllic village close to Hamburg. This is where Basti and Jonas are also going to school. The three of them founded the band 1000 Robota, and only a few months later they can close a deal with a small record label in Hamburg called Tapete Records.

The band has an ambitious aim: „We want to cause creation not to remind of it”, and they want to live up to their ideals. In a society affected by economic pressure 1000 Robota are questioning themselves and others and they don‘t want to meet other people‘s expectations. In a world of excessive supply they are looking for significance and want to unite with others to crate a new way of youth culture.

But soon they have to face some serious difficulties: The album recordings are not working out quite as they wanted. They are having strong arguments with the record label about the sound and if their music is saleable. Even though the press is packed with articles about the band, sold-out concerts are wishful thinking. Even though London‘s in-crowd comes to see 1000 Robota play, the band can hardly afford to pay a hostel. And even though they are invited to Stefan Raab‘s Bundesvision Song Contest, one of Germany’s biggest TV events, the album sales are moderate.

Troubled by aggravating circumstances and the divide between what is shown in the media and their real lives put their enthusiasm to the test.

While commuting between school and concerts they have to awake to the fact that it is hard to meet their record company‘s expectations, their parents‘ and live up to their own dreams. Are their ideals simply objects of nostalgia?

UTOPIA Ltd. gives a taste of the circumstances under which art is created in a time where the omnipresence of stylized self-manifestation has nearly absorbed subcultural ways of distinction.

  
  

How do you see yourself in retrospect after seeing UTOPIA Ltd.?
Jonas: It is exciting because all this happened at a time, where things belong to the past very fast. This film captures important years. Years of leaving your youth behind… Well, you probably never fully leave it behind…
Anton: …hopefully not. It feels like we changed our lives completely in these three years. What stunned me about that film and made me happy at the same time is that we made decisions and were looking for ways to deal with things based on a juvenile carelessness. We weren‘t aware of the consequences. But we can say now that most of the times we made the right decisions. 
Jonas: All our decisions, may they have been right or wrong, brought us to the point where we are now. It is also about development, making experiences, to mature and grow up. And considering that, the film is more like a snapshot. The development goes on.


Which decision are you talking about in particular?
Anton: The things don‘t have to be named because it is not about judging something. It is about an entity. The decisions were made based on an omnipresent “subtle sense” which this film is showing in a wonderful way. That‘s why we love that film because it describes this abstract attitude, which could be called “punk”, without naming it.


Is there something like a general value in this film and your story?
Anton: This film represents the core of the band. Still it has a general value that older and younger people can relate to because it is about the pain, when salt is rubbed into your wounds. Everybody experiences that. The film shows that young people, who were put down and labeled as worthless, gay, arrogant and disgusting, are achieving something with their persistence and will power. We are still here and we are publishing albums. We were doing that before this film and we will after. To be saleable, the film is also showing that, is not the goal. This attitude: I deliver music because it is marketable and has economic relevance is bullshit. The matter of music, which should be the focus, loses its core and value.
Jonas:
Failure in an economic sense is irrelevant. If you‘re kneeling down in front of the snot and the dirt of this business, you may loose your attitude that it is irrelevant, and that is the point where it can destroy you.


The artistic value without considering the saleability – is that an attitude you want to keep?
Anton: There are always shifts of values. There are some things we did not do very well. Things, feelings and music change. But to base our decisions on emotion instead of consideration is still important to us. Importance is irrelevant. If someone wants to interfere with our music, we‘re gone. In a time so valueless and superficial, where everything is adjusted to economic values, you seem surreal with this kind of attitude.


At what point in your lives did the shooting start?
Anton: It was a time of absolute beginning. When Sandra came along, we did not know if we were going to be musicians. It was a perfect but also risky point of time – for Sandra, too. We had written only two songs and she came and said: “I want to make a documentary on you and will shadow you for the next two years!” Of course you think: Is she crazy? But that juvenile lunacy and the recklessness we had, Sandra also had that. And she did not loose it. That is a relevant value.


How was it to be filmed in these personal and vulnerable moments?
Jonas: We agreed to the documentary out of naivety. We trusted her and now we know, it was right.
Anton: With our naivety we backed the right horse. Sandra and Lilli were very considerate and we hardly noticed them. Later we even forgot the camera. There were only few situations where the camera was annoying. But that was really rare. Only because of their considerate work it was possible to finish the film. We never had the feeling of being besieged.


In Utopia Ltd. Anton says: “The music business is fucking with my soul”. What caused that?
Anton: The music we are giving to the people has its source in my soul. For me there is no higher virtue. And when people treat that without care I feel defensive and hurt. At that time we lived at home, we were sheltered and did not know about life. And then we were pushed into a life, where we had to deal with founding a company, paying taxes and to be in the public eye. It was too much. Things I said were rephrased, they focused on things that were not really important to us and I think that were the things that made me say that. Today, the music industry is not important to me, and I don‘t feel like we are part of it.


You signed with a new record label called Buback. Is everything better now?
Anton: Yes. We published our second album. Things are going the way we want. Their values are different in terms of what we are doing. Of course not everything is better now, but in terms of work a lot of things are easier. Of course we are still learning new things, discouraging things. Things, which are not related to the record label: Not taking everything personal, learning to separate our music from the things that surround it.
Jonas: We trust our record label. We like working with Buback, and they give us the freedom we need. 


*  *  *


  
  


INTERVIEW SANDRA TROSTEL
„There will be a big bang, if there is no change of awareness“.

As an editor by trade, what made you do this documentary?
Well, if you are asking me like this, originally I was a caterer and I was washing dishes…. (laughs). I like to look at things less dogmatic. I am sure, I will be editing again even though I direct. It would be a shame to limit oneself to only one thing. By the way, I edited this documentary, produced it, did B cam and more. Making a documentary, you can‘t avoid wearing many hats. It wasn‘t enough for me to sit in front of a computer in a dark room. The wonderful thing about doing documentaries is that you can learn so much about life and people. You study life.

There are different topics and questions illuminated in UTOPIA Ltd.. Which interested you the most?
I saw 1000 Robota at one of their first gigs and was fascinated by them immediately. They had this very rare charisma of juvenile recklessness and courage. Lots of things are controlled by money, values and ideals are becoming more and more irrelevant in this world. In the work place, in art, music, film making… wherever you go, you experience the creation and existence of things legitimized by profitability. And it is a sad thing that society does not realize, how much it restricts itself. Instead, people are trusting the things that have been proven successful and repeating that same thing. This is how a constant reproduction is created. And as 1000 Robota said: “We want to cause creation not to remind of it.”

To rebel against common standards today, means to rebel against the absorption into the digital world, change of communication through technology or eligibility through profitability. Suddenly, rebellion looks
like social conservatism.
Yes. That’s right. But that picks up where we just left off: 1000 Robota felt that they are missing something. To create something independently without being measured by profitability. The advertisement industry knows very well how to detect innovations in art and subculture and to use them for their purposes, which is marketing. Even before these innovations can start do develop and find their way, the advertisement industry detects, copies and abuses them. It‘s not a new procedure but the cycles of detection, copying and utilization became much faster. Development is being suffocated, because it ends up in a form of usability for the market. 1000 Robota were feeling that this independent kind of development is missing in this world, space for artistic but also personal development. Things that people call objects of German cultural-value, cannot develop today. If you look at the Fassbinder films – today, films like that are not possible anymore. Everybody talks about Goethe, Schiller, Bach etc. but what is there today? Where is the possibility to create something new? Things like that need time to develop and people don‘t appear from nowhere as geniuses. That happens very rarely. But still everybody has something special. And I‘m not only talking about art here. I think that this society puts too much effort into forming humans into functioning robots. And I ask myself why? We are living in a rich country. To focus on economic growth benefits only a few people. But this is about our world. There will be a big bang, if there is no change of awareness.

How was shooting UTOPIA Ltd.?
To me, it was important to make a film where you actually take part in the things that happen and that you‘re actually there when things happen. I did not want to talk about things that happened, because previously, for financing, you had to submit an exposé, where you had to state exactly what will happen. If you can write it down before shooting, it has either already happened, or I have to make things look like I promised in my exposé. Life writes its own stories. So we always took a back seat. My camera operator called it “becoming wall paper”. But for a grown woman it wasn‘t always easy to let three boys with their juvenile recklessness do whatever they decide to do without giving them advice. If I am shooting a documentary, everything gets subjective when choosing the topics and the pictures. But I feel a responsibility for my protagonists to show the things how they are and not press them into something they are not. I don‘t want to judge, I want to show what is there.

UTOPIA Ltd. is your documentary debut, it is “Best Film November 2010”, and it was awarded “valuable” by the
German Film Evaluation Board. Now, your film is opening the section Perspektive Deutsches Kino at The Berlinale. What do you think abut that?
It is amazing and somehow sheer lunacy that everything worked out like that. I tried to stay on my path and fought for this film with everything I got. That’s why I am very happy an honored by the appreciation and about the fact, that this film is not left at the bottom of a pile somewhere and being forgotten like so many other films. Working on this documentary were three years of hard work and the road was rocky with a lot of obstacles I had to remove. And this is exactly where it all comes together: Working on this film I experienced being stuck in a madness of bureaucracy, certain conditions, set by TV channels for example, fixed ideas influenced by marketing appeal… The problem that is shown in UTOPIA Ltd. is what I experienced myself while doing this film. It would be nice, if there would be more trust and intuition – also from the public TV channels. The fear of things not turning out the way one had in mind will always be there, even if you do everything to be on the safe side. There is no absolute safety net. But this mind set creates reproduction. Films like this one cannot develop if you don‘t believe in them. That‘s why I find it really great that Linda Söffker, Head of Perspektive Deutsches Kino, chose UTOPIA Ltd. to be the opening film. I think, that‘s a statement.

*  *  *